MANIFEST ZUR VERÄNDERUNG: 

Die Welt und die Dinge                      

Wien 6.8.2020

 

Ich schreibe gegen das Vergessen! Ich beginne diesen Text mit ich, weil es für ein du steht. Ich schreibe gegen die Ignoranz und weil wir eine Spur hinterlassen, als Menschen bei allem was wir tun und in den Köpfen der anderen, wenn wir uns unter einander austauschen. In beiden Fällen verändern wir die Welt, bewusst oder unbewusst, ob wir wollen oder nicht. Das Nichthandeln beeinflusst das Leben ebenso, wie das aktive Handeln selbst! Allerdings ist es wichtig dies auch zu sehen. Deshalb appelliere ich an die Vernunft und an die Bewusstwerdung jedes Einzelnen, weil Veränderung immer und ausschließlich im Geist des Einzelnen beginnt und im schlechtesten Fall ebenso von vornherein eben dort im Keim erstickt wird und somit jäh endet.

Es ist möglich die Welt zu gestalten und wir sollten dies in Angriff nehmen. Das Schiff sollte nicht nur treiben sondern auf Kurs bleiben. Um dies zu tun, muss der Kurs vorerst bestimmt sein.

In einer Welt, wie sie jetzt ist, in der maximale Gewinnsteigerung und Effizienz auf Kosten von Zerstörung und Vernichtung oft vor Kultur und Bildung stehen, ist es um so wichtiger sich dessen bewusst zu werden. Ich kritisiere dabei nicht ausschließlich die multinationalen Konzerne und ihre Politik, sondern vor allem auch das Verhalten der einzelnen Endkonsumenten, welche zusammen genommen, formierten sich diese, eine unschlagbare Macht darstellen würden, die dann sogar die Konzerne steuern könnten.

 

Das sind nicht die Worte eines verklärten Sozialromantikers und auch nicht die eines kommunistischen Utopisten, sondern die eines humanistischen, teils pessimistischen Optimisten, der meint, dass man mit einer konstruktiven Haltung jede Welt selbst bestimmen sollte! Mind over matter! 

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal. 

(Charles Reade (1814 - 1884), englischer Schriftsteller, ursprünglich wahrscheinlich aus dem alten China.)

Die Spur, die jeder auf die eine oder andere Weise zwangsläufig hinterlässt kann sehr unterschiedlich aussehen. Vielleicht sollte man in unseren Kindern den zarten Funken entfachen, dies zu erkennen. Nicht das Kriegsgerät sollte die Schädel zerkrachen und Furchen in Land und Menschen hinterlassen, sondern ein friedlicher, jedoch bestimmter Geist sollte den Ausschlag für Veränderung in eine Zukunft sein.

Unsere Kinder selbst sind unsere Spuren in die und der Zukunft. Wollen wir das nur dem Zufall überlassen? Originäre Individualität und echte Authentizität sind nur im Rahmen einer offenen und freien Gesellschaft möglich; und eben diese wird durch rein kommerzielle Rücksichtslosigkeit von Beginn an verhindert. Ein Bewusstsein für das Kollektiv zu haben bedeutet nicht gleichgeschaltet und farblos zu sein. Ganz im Gegenteil: Es bedeutet Verantwortung zu übernehmen und sich seiner Macht und Selbstbestimmung, welche man dadurch erlangt, bewusst zu sein. Die unterschiedlichsten Talente des Einzelnen werden dadurch nicht von vornherein verschüttet, sondern freigelegt.

Diese meine Worte haben absolut nichts mit Religion zu tun, denn sonst würde ich mich an etwas binden ohne zu wissen an was! Diese kommen aus mir, der ich denke, dass es Zeit ist, die Gesellschaft für mein Dafürhalten auf konstruktive Weise zu verändern ohne die Vermessenheit dem Einzelnen vorschreiben zu wollen, wie diese Veränderung im Konkreten aussehen soll. Vielmehr ist es meiner Meinung nach relevant, zu sehen, dass in einer globalisierten und technokratisch kommerzialisierten Welt die Freiheit des Individuums eher geringer als größer zu werden scheint.

Die Idee des Nachlass – hoppings“, die zum Umdenken und Nachmachen anregen soll! Ein Projekt zur Weiterverwendung von Dingen und zur Vermeidung von Müll und nicht unbedingt notwendigem Konsumverhalten.

Mit der Idee des „Nachlass – hoppings“ leisten wir als Firma „Ramsch&Rosen“ unseren kleinen Beitrag gegen eine Wegwerfgesellschaft. Und wenn man bedenkt, dass wir als relativ kleines Einzelunternehmen auf das Jahr hochgerechnet circa 60zig Tonnen Rest- bzw. Sperrmüll durch dieses Projekt vermeiden, scheint die Menge dann doch nicht ganz unrelevant zu sein. Wir wollen damit unseren Beitrag leisten und andere dazu ermuntern, dies ebenso zu tun wie wir.

Neben den dadurch geringeren Reinigungs - und Entrümpelungskosten, die anfallen, wenn ein Haushalt aufgelöst wird, entsteht der zusätzliche Nutzen, dass Personen zu einem nun wirklich geringen Preis Hausrat und Einrichtungsgegenstände direkt aus der Verlassenschaft mitnehmen können, so dass diese Dinge nicht im Müll landen.

Es handelt sich dabei zum Beispiel um Küchengeräte, Hausrat im Allgemeinen, Bücher, Photos, Werkzeug, Zimmerpflanzen, Kleinmöbel, Gartengeräte, Reinigungsmittel...etc. Also um alles, was nicht direkt oder nur mit großen Mühen wieder weiter verkauft werden könnte; zum Wegwerfen trotzdem bei weitem zu schade und das Ergebnis wäre nur eine unnötige Ressourcenverschwendung!

Warum sollte man einen Gummibaum, den der verstorbene Besitzer jahrelang gepflegt hat, zerhacken und auf den Kompost werfen, wenn in der Studentenwohngemeinschaft dieser einen hervorragenden, neuen Platz finden kann! Und das für 15.-Euro.

Warum sollte man einwandfreie Kochtöpfe zum Altmetall werfen, wenn jemand anderer darin sein Essen kochen kann?

Warum sollte der Katzenkratzbaum am Müll landen, wenn dieser doch völlig unbeschädigt sich dem Betrachter zeigt, der zu unserem Nachlass – hopping“ kommt.

Die Bücherregale und Kleiderkästen sind oft noch zum Bersten voll und stehen bereit zur sinnvollen Weiterverwendung.

Im Kellerregal stehen eventuell eine Menge an guten, oft vielleicht sogar teuren Weinen. Bei uns zum Preis von 15.- Euro zur Mitnahme bereit, so viele man tragen kann. Diese Flaschen würden zum Großteil sonst oft im Müll landen.

Im Abstellraum steht vielleicht eine volle Werkzeugkiste zum Mitnehmen oder in der Garage des Hauses Leitern in allen Größen und Gartenschläuche. Hier ein Bügelbrett und dort ein Rasenmäher oder eine Kabeltrommel.

Warum neue Vorhänge kaufen, wenn bodenlange Samtvorhänge von der Decke hängen, die sonst niemand weiter verwenden würde?

Zugelassen zu dieser Veranstaltung sind auf unseren ausdrücklichen Wunsch nur Privatpersonen. Jede Person, die einen Haushalt im Rahmen eines von uns organisierten „Nachlass – hoppings“ betritt, kann zum Selbstkostenpreis der Organisation dieses Unterfangens von 15.- Euro so viele Gegenstände mitnehmen, wie gewollt sind.

Sollte man wider Erwarten nichts für sich selbst finden können, was aus Erfahrung gesprochen, sehr selten der Fall ist, dann wird der Eintrittspreis von 15.- Euro zurück erstattet. Diese Regelung gilt eine Viertelstunde nach Beginn des „Nachlass – hoppings“!

Die zuvor über unsere Facebookseite angemeldeten Personen müssen alle beim Beginn des „Nachlass – hoppings“ bei der vorher bekanntgegebenen Adresse anwesend sein. Das Versäumen des Termins oder wesentliches Zuspätkommen sind keine Gründe für eine Refundierung des Eintrittsgeldes von 15.- Euro. Wir bitten um Verständnis dafür.

Die Organisation eines sogenannten „Nachlass – hoppings“ hängt natürlich von dem Einverständnis der Hinterbliebenen und dem Hausverwalter ab. Nur in Absprache mit diesen findet dieses Unterfangen auch tatsächlich dann statt. Allerdings muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass im letzten Jahr eine jetzt bereits verstorbene Dame aus noblem Hause schon zu Lebzeiten an uns heran getreten ist und den ausdrücklichen Wunsch geäußert hat, dass nach ihrem Ableben bei ihr zuhause ein solches „Nachlass – hopping“ statt finden solle, damit die Jungen davon profitieren würden. So von ihr gewünscht, so ist es dann geschehen, natürlich in Absprache mit den Hinterbliebenen.

Das Geschäft „Ramsch&Rosen“ in der Fußgängerzone in der Neubaugasse 59 im siebten Bezirk verkauft Alltagshilfen für Jedermann! Man könnte sagen, dass wir unter anderem Flohmarktware zu günstigen Preisen anbieten.

Allerdings nur das wäre nicht die passende Beschreibung. Neben Altwaren, Antiquitäten und Kuriosa sind vor allem auch Bruchstücke und Überbleibsel aus vergangenen Zeiten zu finden, die man sonst nirgends findet. Man kann als Kunde schon nach etwas suchen, aber klüger wäre es mit offenen Augen etwas zu finden, von dem man nicht im Traum zuvor daran überhaupt gedacht hätte.

Alltagsgegenstände und Kurioses aus verschiedenen Epochen und Zeitabschnitten bringt dieses Geschäft ans Tageslicht, wie auf der anderen Seite eines Wurmloches zwischen den Dimensionen. Es ist der Flaschenhals, durch den alle Dinge gehen müssen. Wie gut ist es doch dann, dass wir geöffnet haben und unseren Kunden zur Verfügung stehen.

Kultur- und Alltagsgegenstände warten auf ihr zweites oder drittes Leben, wenn man vom Geist in den Dingen sprechen will. Und eine Kultur und Haltung einer bestimmten historischen Zeitkapsel bringt jeweils dementsprechende Dinge zum Vorschein und wir als „Ramsch&Rosen“ wieder auf den Markt, quasi als Wiedergeburt der Dinge.

Und was noch viel wichtiger ist: mit diesen Dingen und an diesen Dingen haftet fast auf magische Weise ein Spirit, aus dem heraus dieser Gegenstand ursprünglich nicht nur entstanden, sondern willentlich kreiert worden ist. Diesen Umstand könnte man als die spürbare Seele des Vintage bezeichnen. Beinahe als ewigen Kreislauf der Veränderung und Wiederverwertung, kurz vor dem Nirvana der Gegenstände.

Das bedeutet de facto, dass man als Kunde im „Ramsch&Rosen“ vor allem auch den Geist und die Seele in und an den Dingen mit kauft, ob man will oder nicht. Sie kaufen also die DNA des Gegenstandes unwillkürlich mit und wissen oft nicht genau, dass es gerade dieser Umstand ist, warum sie genau dieses tun.

Der Künstler, der Schöpfer, der Hersteller, der Handwerker, der Designer des Kunstwerkes und eben auch des Gegenstandes an sich hat aufgrund dieses Erschaffungsprozesses sich unweigerlich in den Gegenstand aus seiner Zeit heraus, wie eine DNA in diesen bis zum Auflösen des selbigen mit eingeschrieben. Wie das Ding ist und sich abgrenzt und das es ist, ist das wirklich Mystische dabei.

Ist das nicht wunderbar, dass Sie als Kunde bei uns eben Beschriebenes erwerben können? Ob das eine Seife aus den 50iger Jahren oder eine signierte Stehlampe aus den 20iger Jahren ist macht keinen Unterschied. Dieses unsichtbare, philosophische Gesetz gilt für beide Dinge auf eine sehr ähnliche, merkwürdige Weise.

Das Schöne dabei ist nicht nur, dass Sie zu einem günstigen Preis einen wirklich qualitativ hochwertigen, einzigartigen, auf jeden Fall originellen Gegenstand erwerben, sondern dass ihr sogenannter ökologischer Fußabdruck dadurch absolut nicht größer wird.

Viel Spaß beim Entdecken!  Ihr Ramsch & Rosen!